Schon wenn der erste Ton erklingt,
Beginnt der Raum zu atmen und zu leben,
Ist es wie ein Erschauern, wie ein Schweben,
Als ob ein Zauber uns bezwingt.
Und eine Melodie befreit
Uns aus dem Irrgarten uns'rer Gedanken
Und öffnet alle Schleusen. alle Schranken
Unserer Seele weit.
Und löst uns los von Raum und Zeit,
Und aus der engen Dunkelheit,
Tragen die Töne ein Gedicht
Auf bunten Flügeln in das Licht,
Ein Schwarm von Schmetterlingen, der zur Sonne flieht!
Welch ein Geschenk ist ein Lied!
Reinhard Mey

Besser kann ich es nicht ausdrücken ...
Ich habe einen ungeheuren Bedarf an Musik, so groß, dass ich mich dabei nicht auf Enya beschränken kann und möchte. Mein Musikgeschmack? - Ich kann mich an fast allem erfreuen, was es zwischen deutscher und internationaler Volksmusik über Oldies und Mainstream/Pop/Soul bis rüber zu No Doubt, aber auch mal Metallica oder Faithless gibt.

Nicht so viel kann ich anfangen mit Hiphop und Rap insbesondere, wenn die Herrschaften gute Oldies vernudeln, weil sie selbst keine gute Melodie auf die Beine stellen können. Ein guter Rapper, wie Bounty Killer in "Hey Baby" von No Doubt ist aber immer ein gern gesehener (pardon: gehörter) Gast in meinen Gehörgängen.
Überhaupt nicht leiden kann ich, wenn ein Künstler mir sein Können mit Gewalt aufdrängen will: "Hör mal, ich schaff' die Tonleiter vom 2-gestrichenen C zum 4-gestrichenen H in 5 Sekunden: UiiAiiiCiiiiiiiiiiiiiiiiii!" - Jürgen von der Lippe nannte jene Aufdringlichkeit, die einen immerwieder schmerzhaft aus dem Zauber herausreißt, mal Jodel-Diplom.

Warum ich so viele verschiedene Musikrichtungen mag und auch brauche hat Reinhard Mey im zweiten Teil des Liedes erklärt:
  Betrübt, läßt es uns glücklich sein,
Doch glücklich, kann es uns zu Tränen rühren,
Und es läßt uns in uns'rem Hochmut spüren,
Wie ohnmächtig wir sind und klein!
Wo Worte hilflos untergeh'n,
Vermag ein Lied allein ein Kind zu trösten
All' seine dunk'len Ängste und den größten
Kummer gleich fortzuweh'n.
Denn alles, was sich in uns regt,
Jedes Gefühl, das uns bewegt,
Jede Hoffnung die uns erfüllt,
Hat ein getreues Spiegelbild
Im Fluß der Töne, der stets wechselnd weiterzieht.
Welch ein Geschenk ist ein Lied