Das Wort der Woche: Kombilohn!
Die Lösung der Arbeitslosenproblematik lautet ab sofort also “Kombilohn”. Ein Mensch arbeitet für einen anderen und damit’s für den nicht zu teuer wird, zahlt der Staat einen Teil des Lohnes. Das lohnt sich, etwas näher betrachtet zu werden, denn der Staat das sind ja wir alle, das Geld, das verwendet wird, kommt aus dem Steuertopf in den wir alle reinzahlen. Bei Lichte betrachtet, zahlt der Arbeitslose also - wenn auch indirekt, über die Steuern - dafür, dass er für einen anderen arbeiten darf. Wir wollen fair bleiben, auch alle Arbeitnehmer zahlen dafür, mit ihrer Lohn- und Einkommenssteuer, mit der Mehrwehrtsteuer, mit der Kfz-Steuer …
Beim Kombilohn handelt es sich also um nichts anderes als einen Einstieg in die Umkehrung des Prinzips der Lohnarbeit, bei welcher der Arbeitnehmer für seine geleistete Arbeit Geld bekam.
Wird es denn damit wenigstens weniger Arbeitslose geben? Ja und Nein! Ja, denn Betriebe werden tatsächlich bei Bedarf schneller Leute einstellen, denn es kostet ja jetzt weniger und Arbeitslose werden evtl. schneller einen Job annehmen, denn dank staatlichem Zuschuss bekommen sie mehr Geld im Niedriglohnsektor. Sobald die Konjunktur aber etwas lahmt oder auch nur nicht, wie erwartet in Schwung kommt, wird es wieder zu Entlassungen kommen und es werden nicht die neuen Billigarbeiter sein, die auf der Abschussliste stehen! Arbeitskräfte, welche nach Art ihrer Qualifikation und Tätigkeit den Billigarbeitern am ähnlichsten sind, werden ihre Papier bekommen - vielleicht sogar mit dem Angebot, sie nach einer - gesetzlich notwendigen - Übergangszeit wieder auf Kombilohn-Basis einzustellen.
Und man könnte den Unternehme(r)n nicht mal einen Vorwurf machen! So haben sie es in Betriebswirtschaftslehre und Unternehmensführung gelernt. Gut ist, was die Kosten senkt, dabei die Produktivität erhöht (oder wenigstens erhält) und die Gewinne vermehrt. Dabei nur nicht über den eigenen Tellerrand hinausgucken, das verwirrt nur und trägt nicht zur Gewinnmaximierung bei. So funktioniert die Marktwirtschaft; auch Menschen(leben) lassen sich in harten Euros und Dollars ausdrücken und was nicht rentabel ist, wird ausgemustert. Staatliche Zuschüsse sind einfach auch nur Geld, Einnahmen - sie nicht in die betriebliche Kostenkalkulation mit einzuplanen und zu optimieren wäre grob fahrlässig.
Es ist das System! Die Marktwirtschaft ist ein entmenschlichtes und damit unmenschliches System. Leider haben wir zur Zeit kein anderes, funktionierendes zur Hand. Aber wir sollten dringend damit aufhören, die Marktwirtschaft als unantastbare Religion zu verehren. Das beginnt bei der Lehre. Die Ausbildung sollte nicht nur die großen Vorzüge der Marktwirtschaft anpreisen, wie das nötig war, als wir uns noch gegen den Kommunismus abgrenzen mussten. Eine detaillierte Betrachtung der Risiken und oft gefährlichen Nebenwirkungen ist unverzichtbar. Erster Merksatz: Wenn der Wert der Welt in Geld ausgedrückt wird, werden alle Probleme unlösbar, deren Lösung sich nicht in monetären Gewinn umwandeln lassen!
Ein Sytemwechsel ist nicht diktierbar, aber mit einer ganzheitlichen (Aus-)Bildung, die immer beide Seiten einer Medallie betrachtet, vielleicht irgendwann mal vorstellbar. Und das wäre der erste Schritt.
Dreikönigstreffen der FDP
FDP - die Partei, welche die Marktwirtschaft zur Staatsreligion erhebt. Die FDP hat ein ganz einfaches Weltbild: Geld kann alles regeln. Probleme für welche das nicht gilt, existieren nicht (oder werden so uminterpretiert, dass das Problem seine Ursache allein in der Unzulänglichkeit der betroffenen Personen oder sonstigen Objekte hat, die nicht ins System passen und so böswillig die Lösung behindern)! Wann immer ich Westerwelle und Konsorten reden höre, weiß ich, für diese Herrschaften ist Freiheit etwas, das man mit Geld kaufen kann.
Die FDP hat das Solidaritätsprinzip umgedreht: Die staatliche Gemeinschaft hat alles zu tun, um den Besitz der Reichen zu schützen und zu mehren.
BILD bekämpft die Pressefreiheit!
Und wieder mal die Bild-Zeitung. Bild am Sonntag will gehört haben, dass die Bundesgesundheitsministerin von Bundeskanzlerin Merkel abgesägt werden soll. Nur keine Gelegenheit auslassen für Unruhe und Misstrauen in der großen Koalition zu sorgen. Die Deutschen haben nicht so gewählt, wie sich die Bild-Zeitung das gewünscht hatte und dabei hatte sie sich doch so viel Mühe gegeben, kein Missbrauch der Pressefreiheit war zu groß, zu unverschämt - diente er doch dem großen Ziel, SPD und Grüne aus der Regierung zu fegen … und jetzt hat es nur für die Grünen gereicht!
Wir wollen fair sein - die Bildzeitung war beim Projekt “Regierungswechsel durch Manipulation der öffentlichen Meinung” nicht allein. Praktisch alle großen (und viele kleinen) Medien haben mitgemacht. Es wird deutlich, die Bundestagswahlen waren nicht das natürliche Ende des Projekts. Überall in den Medien stößt man dieser Tage auf die altbekannte Front gute CDU gegen schlechte SPD. Focus war sich nicht mal zu schade, bei einem Bericht über den neuen Finanzminister Steinbrück als Titelfoto eines zu nehmen bei dem im Hintergrund der alte Finanzminister Eichel zu sehen war. Die Aussage dieses Fotos ist klar: Eichel hatte zuletzt einen schlechten Ruf, dieser Ruf soll nun auf den neuen Finanzminister übertragen werden - ein Bild sagt mehr als tausend Worte. Noch bevor der Leser sich den Artikel zu Gemüte geführt hat, soll ihm klar sein: Steinbrück, SPD - ist schlecht für die Bundesrepublik und schlecht für dich! Der Bericht war eingebettet zwischen einem Lobgesang über die neue Bundeskanzlerin (CDU) und einem über dem neuen Wirtschaftsminister (Ex-Giftspritze Glos, CSU) - Manipulation pur.
Die Medien wollen eine schwarz-gelbe Regierung und sie werden mit ihren Manipulationen nicht nachlassen, bis sie das Ziel erreicht haben.
Die Pressefreiheit ist in Deutschland per Grundgesetz garantiert und das ist gut so. Medien sind aber keine Parteien und sie sollten sich hüten, die Pressefreiheit zu missbrauchen um Politik zu machen. Ein Recht birgt immer auch eine Verantwortung und beides wiegt gleichschwer. Verantwortungsloser Missbrauch eines Rechtes hat in der Vergangenheit immer zur Beschneidung des Rechtes geführt (siehe Asylrecht, Schutz der Privatsphäre, …). Einen ersten Einschnitt in die Pressefreiheit könnte Deutschland erfahren, wenn dem neuen Sat.1-Pro7-Springer-Konzern ein Medienrat zur Seite gestellt wird, dessen Aufgabe es sein wird, zu verhindern, dass der Konzern sein Meinungsmonopol nutzt um damit Politik zu machen. Dieser Medienrat, sollte es dazu kommen, könnte schon bald Modellcharakter haben. Ständiger Missbrauch von Rechten führt unweigerlich zu deren Beschneidung!